Bericht(aus Alex-Berlin)über 48St.Neukölln in der Mainzer7

Mitten im Kunstraum Mainzer 7 erhellte ein menschlicher Umriss den Boden, reale menschliche Füße hatten ihn verwischt und mit Abdrücken übersät. Künstler Ercan Arslan, 1969 in Neukölln geboren, füllt in seiner Performance Schatten mit Mehl. „Ein Schatten hat etwas, das alle vereint“, erklärte Anja Söyünmez, Kuratorin der Ausstellung. Er lasse schließlich keine Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder Hautfarbe erkennen. Ein Gleichmacher. „Andererseits hat ein Schatten auch etwas Negatives – das Böse, das sich anbahnt.“

Gerade im Hinblick auf die Flüchtlingspolitik fordere die Performance zum Nachdenken auf, so Söyünmez. Der mehlgewordene Schatten ist verformt, hat nichts mehr mit dem Menschen gemein – ähnlich wie Vorurteile Individuen in der Wahrnehmung verzerren. Arslan stellte außerdem farbintensive Übermalungen von Zeitschriftenfotos aus, zahllose Schichten Acryl verfremden das Reklamemotiv bis zur Unkenntlichkeit. Hier ist die Verfälschung eine Aufwertung, eine trotzige Ansage an die Allgegenwart der Werbung.

48 Stunden Neukölln in der Mainzer7

Fr.22.06  19.00-22.00     Sa.23.06   13.00-21.00

Ercan Arslan

Schattenmɘel – Performance & Ausstellung

Wir nähern uns dem Festivalthema mittels einer externen Lichtquelle, Mehl und dem menschlichen Schatten. Alle sind eingeladen an der Live-Performance teilzunehmen und am Endprodukt mitzuwirken. Die Performance ist Anreiz und Anfangspunkt für das darauffolgende Künstler*innengespräch, dessen Thematik mit Hilfe der Teilnehmenden immer wieder mit neuen Aspekten und Gedankenanstößen unterfüttert wird. Parallel dazu gibt es eine Bilderausstellung.
Es ist unser Ziel Kunst mit den Mitteln des körperlichen, linguistischen und visuellen darzustellen. Außerdem möchten wir euch zu Kreativität und kritischem Denken herausfordern, über Kunst und Künstler*innen reden und mit euch das Festival in vollen Zügen zu genießen.

Sonntag 24.06      14.00-15.00

Minako Matsuishi

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Neue EchtKeit durch alte FalschKeit.
Alte FalschKeit war auch EchtKeit.
FalschKeit versteckt EchtKeit.
EchtKeit ohne FalschKeit ist nicht EchtKeit. Alte FalschKeit zieht Neue EchtKeit.
Wir zeigen Neue EchtKeit. Mit Gedichten, Klavier, Gemälden und Fotos.

Unsere Veranstaltung stellt ein neues und freies Zusammenspiel von Wort und Musik dar. Minako Matsuishi liest ihre neuen Gedichte. Christoph Lehmann liest die deutsche Fassung der Gedichte von Minako und seine eigenen Werke. Eri Mantani begleitet auf dem Klavier und spielt Kompositionen von Bach.

Nach der Performance findet eine Teeparty mit den Künstlern statt.
Wir laden alle Gäste herzlich dazu ein!