Paulskirche gegen Auschwitz. Erinnerung oder Verdrängung?

Auch dieses Jahr beteiligen wir uns wieder mit einer Diskussionsveranstaltung an den >Berliner Tagen des Interkulturellen Dialogs<.
Wann: Samstag, den 20. Oktober, 19:00 Uhr
wo: Kulturraum Mainzer7, Mainzer Str. 7, 12053 Berlin (U Hermannplatz)

Die Paulskirche, da versammelte sich 1848 die Spitze der Demokratiebewegung, arbeitete eine Verfassung aus. Und scheiterte. Das Konzentrationslager Auschwitz in Polen steht für die noch mehr in ihrer Ermordung der europäischen Juden durch die Nazis. Wir haben heute eine gute Verfassung, Auschwitz ist zur Gedenkstätte geworden, an der man trauern kann. Sind wir heute fähig zur Erinnerung ohne wegzuschauen vor dem Grauen? Kämpfen wir um die Zivilgesellschaft?

Arbeitskreis Schulden: die Entmythologisierung des Marktes

 

Es ist offensichtlich, dass die offizielle Politik seit 2008 durch die Finanzkrise trotz aller Statements hindurchstolpert. Durchgreifende Reformen zur Eindämmung des wuchernden Finanzsektors sind nicht in Sicht.
David Graebers Aufsehen erregendes Buch >Schulden. Die ersten 5000 Jahre< weist aus anthropologischer Sicht nach, dass es nicht stimmt, dass am Anfang alles Wirtschaftens der anonyme Tausch am Markt stand. Die Dinge wanderten zwischen den Menschen in unterschiedlicher Weise, eingebettet in die jeweiligen Sitten und Gebräuche. Schenken ohne Geld war an der Tagesordnung. Staaten mit ihren Finanzbedürfnissen, zum Beispiel für Kriege, erzeugten Kredite. Da begann es mit den Schulden. Die Moralität löste sich vom Rückzahlen ab, als die Summen immer mehr die Vorstellungskraft überstiegen und zu abstrakten Größen wurden.

Wir sind heute, als Individuen und als Staatsbürger, unter der Schuldenglocke. Wir erwarten fast nur noch, dass irgend jemand bei der nächsten Schuldenkonferenz das Kaninchen aus dem Hut zaubert, das ganze Staaten rettet… wirklich? Sind wir so naiv? Gibt es da neue Formen von Buchgeld-Halluzinationen, die nur keiner so benennt?

Wer hat Lust und Interesse, bei einem Arbeitskreis auf der Grundlage von Graebers Buch zu eigenen Urteilen über Kredit, Schulden, überhaupt über Wirtschaften als Bürger der Zivilgesellschaft zu kommen?
– Passagen lesen.
– Die Einschüchterung durch undurchschaubare Finanz- und Steuertechniken abbauen.
– Bestehende alternative Banken kennenlernen: Solidarität, Genossenschaftswesen, Bürgschaften, überschaubare Menschengemeinschaften.

Kontakt: Thomas Maurenbrecher, Karen Dahler
Rufen Sie an: 030 61203861
Schreiben Sie eine Mail: tho.mau@web.de oder karenda@web.de

Vortrag über die goldene Regel des Mitgefühls

Gespräch  mit  Christian Modehn

„Was alle Menschen eint. Das ist keine Illusion, sondern allgemeine Erkenntnis“
Die Goldene Regel und das Mitgefühls – die Philosophin Karen Armstrong plädiert für eine >Charta des Mitgefühls<.

Der Schlüssel zum Mitgefühl:

Die »Goldene Regel« gilt als eine universale Wahrheit.

Es ist kein Spruch für erbauliche Sonntagsreden: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“. Diese  uralt – moderne „Lebensweisheit“ ist universal, sie wird von fast allen Religionen unterstützt und von vielen Philosophen ausgearbeitet. Aber entdecken wir, dass da die Menschheit da eine ethische Orientierung hat, die für alle Menschen gilt? Sind wir nicht längst allzu sehr an unsere Gettos und „Identitäten“ gewöhnt? Wollen wir wirklich zu einer (!) Menschheit gehören? Die Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong (London) geht noch weiter: „Die Goldene Regel ist der Schlüssel zum Mitgefühl. Und Mitgefühl ist wesentlich für unser Leben, befinden wir uns doch in einer gefährlich polarisierten Welt. Es gilt, eine Welt aufzubauen, in der Menschen in Respekt miteinander leben können. Deswegen sollen wir auch das Ethos der Goldenen Regel in die Tat umsetzen“.

Für Karen Armstrong ist die Orientierung an der Goldenen Regel zwar anspruchsvoll, aber nicht kompliziert. Vor allem: Sie ist politisch fordernd – zugunsten einer friedlichen Welt ohne fundamentalistische Besserwisserei. Karen Armstrong hat die international beachtete „Charta des Mitgefühls“ formuliert. Auch darüber werden wir uns an diesem Abend verständigen.

Vortrag mit Aussprache. Christian Modehn, Philosoph und Journalist, Gründer des Religionsphilosophischen Salons www.reiligionsphilosophsicher-salon.venetus.de
wann: 20. 8., 19:00 Uhr
wo: Kulturraum Mainzer7, Mainzer Str.7, 12053 Berlin (U Hermannplatz)