Workshop Albert Camus

Workshop Camus Berlin 9./10.11. 2013

Albert Camus – der „fremde“ Denker
Ein Workshop aus Anlass seines 100. Geburtstags

Albert Camus war in der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg neben Jean Paul Sartre der Star der Intellektuellenszene, nicht nur in Frankreich. Die Generation, die im Schatten des Kriegs herangewachsen war, suchte nach dem Sinn des Daseins in einer sinnlos gewordenen Welt; – Camus‘ 1942 geschriebener „Mythos von Sisyphos“ gab das Stichwort: das „Absurde“.

Zugleich stand Camus im Zentrum einer teilweise erbittert geführten Diskussion über die Rolle von Gewalt und Ideologie, über die Bedeutung von „Revolte“ und „Revolution“ für die Entwicklung einer orientierungslos gewordenen Welt.

Seine Theaterstücke eroberten die Bühnen, seine Romane gestalteten scharf und überbelichten das Profil der Zeit und wurden Bestseller.

Mit der Veränderung des Blicks auf eine global strukturierte Welt und einer sich machtpragmatisch verstehenden politischen Kultur geriet das Denken Camus‘ aus dem Fokus des Interesses.

Und heute? Es gibt gewichtige Stimmen, die sagen, dass Camus gerade in den gegenwärtigen Erschütterungen uns etwas zu sagen haben könnte.

Falsch wäre es, den Unterschied zwischen der Gegenwart und jener Zeit und ihren Fragen und Problemen, Hoffnungen und Enttäuschungen zu nivellieren. Im Gegenteil! Wir sollten uns – aus dieser Distanz heraus – irritieren lassen durch Camus‘ libertäre, radikal menschliche Haltung, und neu sehen lernen aus dem Blickwinkel des Fremden. Die Erfahrung des „Absurden“, die Provokation der „Revolte“ und der Anspruch des „Mediterranen Denkens“ könnten „die Axt … für das gefrorene Meer in uns“ (Franz Kafka) sein.

Eine Begegnung mit Albert Camus ist ein Wagnis. Wir wollen uns ein stückweit auf dieses Wagnis einlassen. Der Workshop soll Texte und Thesen Camus möglichst performativ erarbeiten und im Nach-Spiel gestalten.
Wir wollen unser Selbstsein und unser Dasein in der Welt in den Umkreis einer herausfordernden Perspektive stellen. Um vielleicht zu sehen, wer wir auch sein könnten.

Wo: Kulturraum Mainzer7, Mainzer Str.7, 12051 Berlin U Hermannplatz
Wann: Sa., 9.11. 19.00 +
So. 10.11. 11.00
Eintritt nach Selbsteinschätzung

ETWAS KÜRZER

Workshop Camus Berlin 9./10.11. 2013

Albert Camus – der „fremde“ Denker
Ein Workshop aus Anlass seines 100. Geburtstags

Albert Camus war in der Zeit unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg neben Jean Paul Sartre der Star der Intellektuellenszene, nicht nur in Frankreich. Die Generation, die im Schatten des Kriegs herangewachsen war, suchte nach dem Sinn des Daseins in einer sinnlos gewordenen Welt; – Camus‘ 1942 geschriebener „Mythos von Sisyphos“ gab das Stichwort: das „Absurde“.

Zugleich stand Camus im Zentrum einer teilweise erbittert geführten Diskussion über die Rolle von Gewalt und Ideologie, über die Bedeutung von „Revolte“ und „Revolution“ für die Entwicklung einer orientierungslos gewordenen Welt.

Und heute? Es gibt gewichtige Stimmen, die sagen, dass Camus gerade in den gegenwärtigen Erschütterungen uns etwas zu sagen haben könnte.

Falsch wäre es, den Unterschied zwischen der Gegenwart und jener Zeit und ihren Fragen und Problemen, Hoffnungen und Enttäuschungen zu nivellieren. Im Gegenteil! Wir sollten uns – aus dieser Distanz heraus – irritieren lassen durch Camus‘ libertäre, radikal menschliche Haltung, und neu sehen lernen aus dem Blickwinkel des Fremden. Die Erfahrung des „Absurden“, die Provokation der „Revolte“ und der Anspruch des „Mediterranen Denkens“ könnten „die Axt … für das gefrorene Meer in uns“ (Franz Kafka) sein.

Eine Begegnung mit Albert Camus ist ein Wagnis. Wir wollen uns ein stückweit auf dieses Wagnis einlassen. Der Workshop soll Texte und Thesen Camus möglichst performativ erarbeiten und im Nach-Spiel gestalten.
Wir wollen unser Selbstsein und unser Dasein in der Welt in den Umkreis einer herausfordernden Perspektive stellen. Um vielleicht zu sehen, wer wir auch sein könnten.

Referenten: Evrim Kutlu, Gerhard Nurtsch
Beide sind Philosophen, leben in Köln