Portraits Chinois

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2010 gründete Camille Phelep gemeinsam mit Susanna Tiertant, beide Pianistinnen, das Duo Portrait Chinois. Sie spielen – ob auf einem Konzertflügel oder einem Klavier – Klaviermusik zu vier Händen. In ihrer Leidenschaft für diese selten gewordene nicht solistische Vortragsweise spielen sie klassische, romantische, aber auch impressionistische Musik eines Ravel oder Debussy. Das ist eine überraschende Kammermusik ohne Saiteninstrumente. Unter ihren Händen wird sich der vordere Raum der Mainzer7 sozusagen zum Salon verwandeln…

Das ist, in trockenen Worten, was äußerlich passierte. Aber dahinter ist etwas anderes, die Botschaft, das, was uns Camille und Susanna sagen wollen.
Könnte diese Musik ein Baum sein? Und wäre dieser Ton eine Farbnuance, welche wäre es dann? Könnten Melodien sich in eine Blume oder eine Landschaft verwandeln?
Protraits chinois (ein Begriff aus dem französischen für eine charakteristische Beschreibung einer Person/Sache mit Metaphern) schafft es, in unserer Vorstellungskraft das sinnlich Wahrgenommene durcheinander zu wirbeln: Klangfarben werden Farbtöne, und Tonleitern helfen uns, ein buntes Bild zu malen.
Bei diesem Konzert gibt es keine Grenzen zwischen Disziplinen der Kunst. Die Interpretinnen spielen drei Stücke vierhändig, und lesen Gedichte und Märchen vor.

Im Fabelgarten Mauricesavels begegnen wir dem kleinen Däumling auf einem Pfad und steigen auf die Pagode der Kaiserin einLaideronette.
Lasst uns auch die bunten und leidenschaftlichen Landstriche der Musik Robert Schumanns erkunden! Damit entdecken wir die „unter Bluumen versenkten Kanonen“.
Mit Franz Schubert schaffen wir es dann, einen Ozean zu überqueren, auf dem man ein Patschulli-Paarfüm riechen kann, dass an eine einsame verflossene Liebe erinnert.

Ist denn nun Portraits chinois eine Reise in Äußeren oder eine nach innen? Wahrscheinlich eher beides.