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Offene Gesprächsrunden, Vorträge und Seminare mit Hernán Silva-Santisteban-Larco

Offene Ggesprächsrunden
in bewährter Form
Vorträge und Seminare mit
Hernán Silva-Santisteban-Larco

Methodische innere Arbeit

Imaginatives Denken

Biografiearbeit

Die Kraft der spanischen Poesie

Seminare und Vorträge mit
Hernán Silva-Santisteban-Larco

Wiederbeginn am
Mi., den 2.April 2014 um 19 Uhr: Offener GEsprächsaend; Thema: Spiritualität

Hernán Silva-Santisteban-Larco

geb. 1948, Deutsch – Peruaner. Philosoph, Päda- goge, Dichter, Hochschuldozent für Philosophie,
Waldorflehrer, Lehrer in indigenen Bauern-
gemeinschaften, Biografieberater, pädagogischer
Berater, bietet im Kulturraum Mainzer7 verschie-
dene Vorträge und Seminare an.

In den anderthalb Jahren, in denen er bereits die > Philosophie für jedermann< mit den Teilnehmern seines Kurses bearbeitete, hat er sich als Volkspädagoge und praktischer Philosoph erwiesen, der immer auf den inneren Klang des jeweiligen Menschen zielt. Er möchte uns Zeitgenossen der Postmoderne zu einem sozialen Ganzen erlösen, in dem wir einen gangbaren Weg aus der existenziellen Erschöpfung finden können. Die indigenen Bauerngemeinschaften, in denen er arbeitete, sind die Indio-Quechua-Dörfer auf den Hochplateaus der peruanischen Anden, „wo die leichtfüßigen Lamas herumlaufen, die stets den Kopf oben tragen“. Das war für ihn die praktische Umsetzung der Methoden Paulo Freieres, die er schon in Universitätskursen studiert hatte. Eine neue pädagogische Erfahrung war es, die mit dem Volk, während er vorher viele Jahre als Dozent in akademischen Zusammenhängen gearbeitet hatte. 1)„Begegnungen mit spanischen Dichtern und deren Poesie“(Juan Ramón Jiménez, Antonio Machado, Luis Cemuda, Octavio Paz u.a.) Wiederbeginn: 16.10./ damach 14-tägig Uhrzeit: 19 – 20.30 10€ pro Abend (die Methode ist ähnlich wie in dem Kurs „Philosophie für jedermann“) Die spanischen Dichter verfügen über eine ungebrochene Erzählkraft und großen Bilderreichtum. Die spanische Poesie ist eine Poesie der Einsamkeit und zugleich der Kommunion. Sie ist Erkenntnis und Erlösung. Sie ist eine geistige Übung und eine innere Befreiung, die zugleich revolutionär und sozial engagiert ist. Sie ist die Stimme des Volkes und die der Einsamen. Sie ist Musik und existenzielle Mystik Das Anliegen der jeweiligen Gespräche ist nicht nur, die Symbole des jeweiligen Gedichts zu verstehen und damit Begegnung mit dem Dichter zu versuchen, sondern die Frage zu stellen: Was von mir finde ich in diesem Gedicht? 2) Seminar „Die Nebenübungen, ein Erkenntnisweg zur Selbstumwandlung und inneren Entwicklung– der Kampf um die eigene Seele“ Termine: Freitag, 11.10.2013, 19 – 20.30 Uhr Samstag, 12.10.2013, 10 - 18.30 Uhr Sonntag, 13.10.2013, 10 – 13.30 Uhr Seminargebühr: 95 € Im Inneren des Menschen liegt ein Reichtum. Die Nebenübungen sind ein Weg, der es ermöglicht, unser inneres Leben mehr zu beherrschen, so dass ein Mittelpunkt der Ruhe und des seelischen Gleichgewichts in uns entsteht und zugleich eine Offenheit für die Welt und unsere Mitmenschen. 3) Vortrag „Biografiearbeit – was ist das?“ Termin: Freitag 30.10. 2013, 19 – 20.30 Uhr Kostenbeitrag: 15 € Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selbst. Hermann Hesse Der Mensch hat diese Aufgabe aus seinem Selbst heraus; sie stellt sich für jeden anders. Als Menschen müssen wir erst werden. Aber: Was wollen wir werden? Unsere Biografie ist der Versuch, diese Aufgabe zu ergreifen. Diese Aufgabe ist heute aktuell wie nie zuvor. 4) Seminar „Die Kraft der Imagination. Was ist imaginatives Denken?“ Termine: Freitag, 22.11.2013, 19 - 20.30 Uhr Samstag, 23.11. 2013, 10 – 18.30 Uhr Seminargebühr: 75 € Was ist Imagination? Wie kann heute die Kraft der imaginativen Erkenntnis geweckt und entwickelt werden? Woher kommt diese Kraft, die die Bilder des imaginativen Erlebens in der Seele entfesselt? Was ist der Unterschied zwischen alltäglicher und imaginativer Erkenntnis? Welche Bedeutung hat das imaginative Denken für unser alltägliches und soziales Leben? Ort: Kulturraum Mainzer 7, Mainzer Str.7, 12053 Berlin (U Hermannplatz) www.mainzer7.de Für alle Veranstaltungen sind Ermässigungen nach Absprache möglich. Kontakt: Hernán Silva-Santisteban-Larco Fon 030 305 6575 mobil 0177 3302 258 sanlarco@gmx.de Karen Dahler/Thomas Maurenbrecher Fon 030 61203861 tho.mau@web.de karenda@web.de

Offene Gesprächsrunden, Vorträge und Seminare mit Hernán Silva-Santisteban

Wir schreiben das Jahr 1619, ein Jahr nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Deutschland friert im Jahrhundertwinter. René Descartes und sein Diener Gillot sitzen fest. Lange Spaziergänge, einsame Nächte und Gedankenspiele bestimmen ihre Tage. In hinreissendem Ton formt Durs Grünbein ein philosophisches Winterpoem (Vom Schnee oder Descartes in Deutschland, 2003), das die Gedankenwelt Descartes’ in politischen Bildern entfaltet und aufgehen lässt.

Das folgende Jahrzehnt steht dann ganz im Zeichen einer Lebens- und Schaffenskrise. Zum einen muss Rilke erkennen, dass trotz der ästhetischen Lösungen alle existenziellen Probleme fortbestehen, zum anderen zerstört der Weltkrieg den ihm lebenswichtigen europäischen Kulturraum und spricht in seiner grauenvollen Sinnlosigkeit jeder Ontodizeebemühung Hohn. Rilkes >innere Vereisung< löst sich erst 1922 mit Vollendung der bereits 1912 begonnenen Duineser Elegien und der gleichzeitigen Niederschrift der Sonette an Orpheus – großen Weltgedichtszyklen wie dem Waste Land (1922) oder den Camtos (1917 - 1959) der amerikanischen Dichter T.S. Eliot und Ezra Pound. Umwälzende Ereignisse, kriegerische Zerstörung, kultureller Wandel, innere Aushöhlung des Menschen. Manche sprechen sogasr von der >Antiquiertheit des Menschen<. Neuer Weltentwurf in künstlerischen Bildern. Heilung durch eigenständiges Philosophieren, durch die Kraft der Bilder. Im deutschen Sprachraum hat Rainer Maria Rilke einsame Höhen der geistigen Sicht von Ich und Welt in einer oft hermetischen Sprache erreicht. Ähnliches hat im spanischen Sprachraum Juan Ramón Jiménez geschaffen. Mit seinen Abenden über spanischen Dichter eröffnet Hernán Silva-Santisteban seine vielseitige Reihe von Seminaren und Vorträgen im Kulturraum Mainzer7. _______________________________________________________________ Offene Gesprächsrunden in bewährter Form Vorträge und Seminare mit Hernán Silva-Santisteban-Larco Methodische innere Arbeit Imaginatives Denken Biografiearbeit Die Kraft der spanischen Poesie Seminare und Vorträge mit Hernán Silva-Santisteban-Larco nächster Abend: Juan Ramón Jiménez Gedichte Mittwoch, den 12.6., 19 - 20.30 Uhr Ort: Kulturraum Mainzer 7, Mainzer Str.7, 12053 Berlin (U Hermannplatz) www.mainzer7.de Für alle Veranstaltungen sind Ermässsigungen nach Absprache möglich. Kontakt: Hernán Silva-Santisteban-Larco Fon 030 305 6575 mobil 0177 3302 258 sanlarco@gmx.de Karen Dahler/Thomas Maurenbrecher Fon 030 61203861 tho.mau@web.de karenda@web.de Hernán Silva-Santisteban-Larco geb. 1948, Deutsch – Peruaner. Philosoph, Pädagoge, Dichter, Hochschuldozent für Philosophie, Waldorflehrer, Lehrer in indigenen Bauerngemeinschaften, Biografieberater, pädagogischer Berater, bietet im Kulturraum Mainzer7 verschiedene Vorträge und Seminare an. In den anderthalb Jahren, in denen er bereits die > Philosophie für jedermann< mit den Teilnehmern seines Kurses bearbeitete, hat er sich als Volkspädagoge und praktischer Philosoph erwiesen, der immer auf den inneren Klang des jeweiligen Menschen zielt. Er möchte uns Zeitgenossen der Postmoderne zu einem sozialen Ganzen erlösen, in dem wir einen gangbaren Weg aus der existenziellen Erschöpfung finden können. Die indigenen Bauerngemeinschaften, in denen er arbeitete, sind die Indio-Quechua-Dörfer auf den Hochplateaus der peruanischen Anden, „wo die leichtfüßigen Lamas herumlaufen, die stets den Kopf oben tragen“. Das war für ihn die praktische Umsetzung der Methoden Paulo Freieres, die er schon in Universitätskursen studiert hatte. Eine neue pädagogische Erfahrung war es, die mit dem Volk, während er vorher viele Jahre als Dozent in akademischen Zusammenhängen gearbeitet hatte. 1)„Begegnungen mit spanischen Dichtern und deren Poesie“(Juan Ramón Jiménez, Antonio Machado, Luis Cemuda, Octavio Paz u.a.) Anfangstermin: 15. 5. 2013/danach 14-tägig nächster Termin nach der Sommerpause: Mi., 16.10., 19.00. Thema: Juan Ramón Jiménez Uhrzeit: 19 – 20.30 10€ pro Abend (die Methode ist ähnlich wie in dem Kurs „Philosophie für jedermann“) Die spanischen Dichter verfügen über eine ungebrochene Erzählkraft und großen Bilderreichtum. Die spanische Poesie ist eine Poesie der Einsamkeit und zugleich der Kommunion. Sie ist Erkenntnis und Erlösung. Sie ist eine geistige Übung und eine innere Befreiung, die zugleich revolutionär und sozial engagiert ist. Sie ist die Stimme des Volkes und die der Einsamen. Sie ist Musik und existenzielle Mystik Das Anliegen der jeweiligen Gespräche ist nicht nur, die Symbole des jeweiligen Gedichts zu verstehen und damit Begegnung mit dem Dichter zu versuchen, sondern die Frage zu stellen: Was von mir finde ich in diesem Gedicht? 2) Seminar „Die Nebenübungen, ein Erkenntnisweg zur Selbstumwandlung und inneren Entwicklung– der Kampf um die eigene Seele“ Termine: Freitag, 11.10.2013, 19 – 20.30 Uhr Samstag, 12.10.2013, 10 - 18.30 Uhr Sonntag, 13.10.2013, 10 – 13.30 Uhr Seminargebühr: 95 € Im Inneren des Menschen liegt ein Reichtum. Die Nebenübungen sind ein Weg, der es ermöglicht, unser inneres Leben mehr zu beherrschen, so dass ein Mittelpunkt der Ruhe und des seelischen Gleichgewichts in uns entsteht und zugleich eine Offenheit für die Welt und unsere Mitmenschen. 3) Vortrag „Biografiearbeit – was ist das?“ Termin: Freitag 30.10. 2013, 19 – 20.30 Uhr Kostenbeitrag: 15 € Das Leben jedes Menschen ist ein Weg zu sich selbst. Hermann Hesse Der Mensch hat diese Aufgabe aus seinem Selbst heraus; sie stellt sich für jeden anders. Als Menschen müssen wir erst werden. Aber: Was wollen wir werden? Unsere Biografie ist der Versuch, diese Aufgabe zu ergreifen. Diese Aufgabe ist heute aktuell wie nie zuvor. 4) Seminar „Die Kraft der Imagination. Was ist imaginatives Denken?“ Termine: Freitag, 22.11.2013, 19 - 20.30 Uhr Samstag, 23.11. 2013, 10 – 18.30 Uhr Seminargebühr: 75 € Was ist Imagination? Wie kann heute die Kraft der imaginativen Erkenntnis geweckt und entwickelt werden? Woher kommt diese Kraft, die die Bilder des imaginativen Erlebens in der Seele entfesselt? Was ist der Unterschied zwischen alltäglicher und imaginativer Erkenntnis? Welche Bedeutung hat das imaginative Denken für unser alltägliches und soziales Leben?

Paulskirche gegen Auschwitz – Erinnerung oder Verdrängung?

Unter diesem Titel hat sich der Kulturraum Mainzer7 an den 10. Tagen des Interkulturellen Dialogs beteiligt. Zusammen mit ca. 50 anderen Initiativen und Vereinen bemühte sich unser Dialogtisch am 24. Oktober, in einer Zeit des drohenden Rassismus und Rechtsextremismus, seinen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und zur erneuten Politisierung der Zivilgesellschaft beizutragen.
Wieder ein Beispiel für die Kultur von unten, um die es uns geht.
Wir waren 7 TeilnehmerInnen, unter uns ein Peruaner, Hernán Silva Santisteban, der moderierte. Zu Beginn führte Thomas Maurenbrecher in das Thema ein, das für manche etwas kryptisch formuliert war. Es gebe seit Jahrzehnten unter englischsprachigen Historikern den Begriff >The German Sonderweg<. Was damit gemeint ist? Dass sich Deutschland ab 1870 in zügigem Tempo zur urbanisierten Industriegesellschaft wandelte, dass aber die dazugehörige politische Modernisierung nachhinkte. Die Einigung und Gründung des Reiches unter Bismarck erfolgte >von oben<, die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie wurden taktisch an den Rand gedrängt, Gewerkschaften blieben bis 1919 verboten. Ballonmützen waren verpönt, aber auf dem bronzenen Helm des Kaisers prunkte ein Adler. Die militante Großmachtpolitik im Wilhelminismus führte in den Ersten Weltkrieg.. Die erste, die Weimarer Republik, wurde ebenso wie die Bonner Republik nach einem verlorenen Weltkrieg eingeführt und nicht in einem Bürgerkrieg durch den Sieg demokratischer Kräfte erkämpft. Fazit: Die Demokratie setzte sich in Deutschland spät durch, die Menschen haben unter zwei Diktaturen gelitten. Für diese Prozesse sind die Paulskirche mit der nicht angenommenen Verfassung und Auschwitz als Unort symbolische Kristallisationspunkte. Es ging zunächst um die Tatsache, dass es seit der Antike Judenpogrome gegeben hat. Diese komplexen historischen Zusammenhänge konnten wir nicht erörtern, erwähnt wurde aber die christlich – jüdische Spannung. So wurde bis vor ein paar Jahren in den katholischen Kirchen am Karfreitag für die >gottlosen Juden< gebetet, die Mörder Jesu. Jemand stellte die Frage, ob es auch zu Auschwitz gekommen wäre, wenn 1848 die in der Paulskirche erarbeitete Verfassung vom König angenommen worden wäre. Das ist natürlich eine hypothetische Frage, aber der militante Ton der Politik im Kaiserreich schuf immer wieder neue Gräben in der Gesellschaft. Wir machten uns klar, dass es damals Antisemitismus auch in anderen europäischen Staaten gab. Wir kamen zum Kern, der Frage nach den Bedingungen einer aktiven und lebendigen Zivilgesellschaft – einer Gesellschaft mit Diskurskultur, die Konflikte verarbeiten und produktiv machen kann. Wir waren uns darüber einig, dass ein Mensch, der sich über die Frage der persönlichen Lebensverhältnisse hinaus immer wieder einmischt, bereits in der Kindheit geformt wird. Es ist also ein pädagogisches Problem in den Schulen: welche Werte werden über das Herausprüfen von Leistungen und der damit verbundenen Konkurrenzmentalität hinaus in der Erziehung vermittelt? Zentrale Werte sind dabei ein Gefühl für Gerechtigkeit und Würde.. Wir fanden heraus, dass es angemessener ist, von Mitwelt zu sprechen statt von Umwelt. Umwelt, das ist ein biologischer Begriff, wichtig beim Pflanzenwachstum; in der Mitwelt leben die Menschen nicht mehr oder weniger vereinzelt nebeneinander her, beeindrucken einander mit diesem und jenem, sondern fühlen sich dem Nächsten als Spiegel ihrer selbst in anderer Zusammensetzung verbunden. Der Begriff der Empathie oder der des Mitgefühls tauchten auf. Das revolutionäre Engagement als extreme Form des Eingreifens wurde gestreift. Es gebe hier eine große Bandbreite von Figuren wie Gandhi bis hin zu Che Guevara. Zivilgesellschaft wird immer wieder vital, formiert sich zu Bewegungen bei anstehenden politischen Problemen. Beispiele dafür waren in letzter Zeit Stuttgart 21 und der kommerzielle Ausbau des Nürburgrings. Dabei wurde immer wieder mehr Transparenz der politischen Prozesse eingefordert. Die Frage, ob es in Deutschland wegen des späten Starts der Demokratie noch einen Rückstau an politischen, sozialen und künstlerischen Bewegungen innerhalb der Gesellschaft gebe, die ja immer noch stark ein Verbandstaat ist, konnte in der Kürze der Zeit nicht genauer eingeschätzt werden. Klar wurde aber, dass es zur Vermeidung der Abschwächung demokratischer Prozesse durch Einflussnahme mächtiger Interessengruppen einer möglichst großen Anzahl von Menschen bedarf, die sich einmischen und nicht bloß leistungswillige Mitläufer sein möchten.